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Paulus Luther

Sein Leben von ihm selbst aufgeschrieben. Ein wahrhaftiger Roman

Christoph Werner

Ein lesenswerter und informativer historischer Roman, der das Leben Paul Luthers - jüngster Sohn Martin Luthers und seines Zeichens fürstlicher Leibarzt und Alchimist - erzählt.

Kunstschätze auf Leipziger  Friedhöfen

Kunstschätze auf Leipziger Friedhöfen

Ursula Drechsel

ALFRED E . OTTO PAUL, geb. 1952, ist nicht nur den Leipzigern, sondern auch vielen Touristen bekannt durch seine legendär gewordenen Führungen über die Leipziger historischen Friedhöfe. Er will die Öffentlichkeit für deren Schönheit und den dringend notwendigen Erhalt ihrer Kunstschätze sensibilisieren. Als ausgewiesener Fachmann der/ für Sepulkralkultur gründete er mit engagierten Mitstreitern die Paul--Benndorf--Gesellschaft zu Leipzig, den gemeinnützigen Verein zur Förderung und P?ege von Kulturwerten im Bereich des Friedhofs- und Denkmalwesens, er führt den Vorsitz. Seitdem werden mit tatkräftiger Hilfe der ehrenamtlichen Mitglieder kontinuierlich bedeutsame Grabmäler und Grabmalanlagen restauriert. „Es wäre eine Sünde, sie sehenden Auges untergehen zu lassen und den nachfolgenden Generationen zu nehmen" sagt Paul, vergleiche:  http://www.leipzig-lese.de/index.php?article_id=259.

(1) Carl Christian Schlippe: 1796 - 1868, Gutsbesitzer und Ortsrichter.
(1) Carl Christian Schlippe: 1796 - 1868, Gutsbesitzer und Ortsrichter.

Seit Ende 2009 ist Paul's Schriftenreihe „Die Kunst im Stillen - Kunstschätze auf Leipziger Friedhöfen" auf dem Buchmarkt. Er verfolgt das Ziel, sukzessive das Wissen über den Gesamtbestand sämtlicher kunst- und kulturgeschichtlich bedeutsamer Grabmäler und Grabmalanlagen auf Leipzigs Friedhöfen zu verbreiten. Es ist nicht verwunderlich, wenn die Bücher Paul's zu den „Ausleihrennern" in der Stadtbibliothek gehören. Bald soll das fünfte Buch erscheinen, ein Jubiläumsdoppelband Nr. 05. Im Zentrum wird der größte und schönste Friedhof Leipzigs thematisiert, der Südfriedhof. Die Buchpremiere des Jubiläums-Doppelbandes wird am 27.09.2014 um 11 Uhr in der Stadtbibliothek stattfinden, mit Verkauf.

 (2)Albert Böhme: 1870 - 1947, Generaldirektor der Delitzscher Schokoladenfabrik.
(2)Albert Böhme: 1870 - 1947, Generaldirektor der Delitzscher Schokoladenfabrik.

Paul dazu: „Die schönsten Bilder vereinigen sich dann mit den Texten im Buch zu einer Botschaft für die Ewigkeit , die der Nachwelt vom kulturellen und küntlerischen Reichtum unserer Leipziger Friedhöfe künden wird... Dabei öffnet sich eindrucksvoll die Leipziger Kultur- und Geistesgeschichte des beginnenden 20. Jahrhunderts; das Leben und Sterben bedeutender Leipziger Persönlichkeiten dieser Zeit, wie beispielsweise des bedeutenden Wagner-Interpreten Otto Schelper, des berühmten Mediziners Geheimer Hofrat Prof. Heinrich Curschmann, des größten deutschen Tuchhändlers Kommerzienrat Paul Knaur oder des stadtbekannten Restaurateurs Moritz Tietsch erfährt eine anschauliche Schilderung."

(3) Lang: 1912 - 1998, Steinmetz.
(3) Lang: 1912 - 1998, Steinmetz.

Ihm steht zur Seite die Kuratorin Petra  Anastasia Paul, die seit vielen Jahren die Publikationen ihres Mannes lektoriert. Ihr ist ein wichtiges Anliegen, die Künstler und die enagierten Fotografen zu würdigen, die bei Wind und Wetter in allen vier Jahreszeiten ihre Kamera bereithalten, um bewunderswerte Aufnahmen zu schießen.

In einer Ausstellung im Oberlichtsaal der Stadtbibliothek werden gegenwärtig die 35 besten, großflächigen Bilder gezeigt, die einen Einblick geben, welche kunstvollen Grabdenkmale von zu Unrecht fast vergessenen Bildhauern und Steinmetzen auf den Leipziger Friedhöfen zu bewundern sind. Zu sehen sind Wand- und Grabdenkmale, Auferstehungsplastiken und eine Grabpyramide. Paul: "Die Vielfalt von Künstlern, aber auch die Ästhetik ihrer Arbeiten, verschiedene Stilrichtungen sowie unterschiedliche Materialien standen bei der Auswahl im Vordergrund." Die Fotografen werden in einer Galerie vorgestellt.

(4) Leonhard Treusch: 1876 - 1954, Leipziger Hofjuwelier.
(4) Leonhard Treusch: 1876 - 1954, Leipziger Hofjuwelier.

Die Ausstellung ist nur noch bis zum 06. Juli zu sehen. Dann wird sie in Hamburg-Ohlsdorf auf dem weltweit größten und schönsten Parkfriedhof gezeigt werden.

Stadtbibliothek, Oberlichtsaal, 2. Obergeschoss
Eintritt: frei

Leipziger Stadtbibliothek, Wilhelm-Leuschner-Platz 10/11, 04107 Leipzig

Tel. 03 41 / 1 23 53 43

geöffnet: Mo-Fr 10-19 Uhr, Mi 13-19 Uhr, Sa 10-14 Uhr

E-Mail: stadtbib@leipzig.de • www.stadtbibliothek.leipzig.de

Erläuterungen zu den Grabmalen

(1) Carl Christian Schlippe: 1796 - 1868, Gutsbesitzer und Ortsrichter. Zu finden auf dem  Gohliser Friedhof.

Im Jahr 1851 errichteten die Gohliser ihren eigenen Friedhof auf dem auch der Gutbesitzer und Ortsrichter Carl Christian Schlippe im Jahre 1852 ein standesgemäßes Erbbegräbnis erwirbt und in dem er schließlich beerdigt wird, als er im Alter von 72 Jahren verstibt.

Als 1899 dessen Sohn Carl August Schlippe stirbt, erwirbt seine Witwe Bertha Louise für "ihren über alles geliebten Ehemann..." diese überaus wertvolle Grabmalplastik, die Beweinung Christi darstellend, von der Hand des namhaften Professors der Nürnberger Kunstakademie Johann Rössner (1841 - 1911). Gegossen wurde die Plastik in der renommierten Nürnberger Bronzegießerei Lenz.

Paul, A. E. O.: Kunst im Stillen. Band 3

(2) Albert Böhme: 1870 - 1947, Generaldirektor der Delitzscher Schokoladenfabrik.

Architekt: Oscar Schade - Errichtung der mehrgeschossigen außerordentlich prächtigen Gruftanlage, Auftrag für die Schaffung der künstlerisch gestalteten marmornen Gruftabdeckung sowie die Plastik "Auferstehung" überträgt der Generaldirektor Albert Böhme an den sehr anerkannten Leipziger Bildhauer Albrecht Leistner (1897 - 1950)
Albert Böhme stirbt 1947, er wird als Letzter der hier bestatteten neben seiner Ehefrau Antonie in dieser Gruft beigesetzt.
Paul, A. E. O.: Kunst im Stillen. Band 1

(3) Lang: 1912 - 1998, Steinmetz.

Lang rettete diese Plastik vermutlich von einer aufgelassenen Grabstelle des Neuen Johannisfriedhofes. Es handelt sich um eine Arbeit von Heinrich Weltring (1847 - 1917) aus Niedersachsen. Diese Figur "Trauernde" stammt aus dem Katalog der Baden - Württembergischen Metallwarenfabrik WMF von 1919.

Paul, A. E. O.: Kunst im Stillen. Band 4

(4) Leonhard Treusch: 1876 - 1954, Leipziger Hofjuwelier.

1925 erfolgte die Errichtung des Grabmales. Der künstlerische Höhepunkt dieses Grabmales ist die im Stil der Renaissance gearbeitete lebensgroße bronzene Madonna mit dem Kinde von der Hand des Berliner Bildhauers Prof. Josef Limburger (1874 - 1955). In dieser Grabstätte wurde als erstes sein kleines Töchterchen Gisela beigesetzt.

Paul, A. E. O.: Kunst im Stillen. Band 1

Die Fotos in diesem Artikel stammen aus dem Archiv U. u. H. Drechsel.