Leipzig Lese

Gehe zu Navigation | Seiteninhalt
www.leipzig-lese.de

Weiterempfehlen

Unser Leseangebot

Gefangen im Netz der Dunkelmänner

Berndt Seite, Annemarie Seite und Sibylle Seite

Berndt Seite und seine Familie möchten sich die »Stasi« von der Seele schreiben, um nicht ein Leben lang mit der DDR-Diktatur konfrontiert zu bleiben. Der Text soll einen Beitrag zur Aufarbeitung der SED-Diktatur leisten. 

Kirchen im Leipziger Westen: Die Heilands-Kirche und die Taborkirche

Kirchen im Leipziger Westen: Die Heilands-Kirche und die Taborkirche

Angelika Pohler

Die Heilands-Kirche

Die Heilands-Kirche auf einer alten Postkarte. Bild: Archiv Heilands-Kirche.
Die Heilands-Kirche auf einer alten Postkarte. Bild: Archiv Heilands-Kirche.

Vorgängerkirche: In Plagwitz gab es keine Kirche. Das damals noch kleine Dorf gehörte zur Kirchgemeinde Kleinzschocher. Erst in der Zeit als Karl Heine Plagwitz urbanisierte, wurde ab 1876 einmal im Monat Gottesdienst im Schulsaal gehalten. Etwa zehn Jahre später gründete sich eine Kirchgemeinde, die zu dieser Zeit bereits 17.700 Mitglieder zählte. 1884 beschloss der Gemeinderat, eine eigene Kirche zu bauen.

 

Grundsteinlegung: am 16.05.1886. Gebaut wurde nach den Plänen des Berliner Architekten Johannes Otzen.

Einweihung: am 26.08.1888. Eine Erweiterung des Orgelchores und die Errichtung einer neuen Turmvorhalle wurde 1909/10 geschaffen.

 

Ausschmückung: Die Heilandskirche ist ein neugotischer Verblendziegelbau. Das Schiff gliedert sich in vier Achsen, die durch Strebepfeiler getrennt und von Zwerchgiebeln bekrönt sind. Die Wandflächen werden von den Spitzbogenfenstern aufgelöst. Der saalartige Innenraum wird von einem Rippengewölbe begrenzt und hatte 812 Sitzplätze. Der Außenbau ist mit Skulpturen geschmückt.

Heilands-Kirche heute. Foto: Archiv U. u. H. Drechsel.
Heilands-Kirche heute. Foto: Archiv U. u. H. Drechsel.

Besonderheiten: Die Heilandskirche bot in ihrer einst reichen bildkünstlerischen Ausgestaltung des Bauwerkes eine in künstlerischer und liturgischer Hinsicht überzeugende Lösung des Bauproblems im Rahmen der evangelischen Kirchenarchitektur ihrer Entstehungszeit.

Die Sauer-Orgel ist eine Stiftung des Fabrikanten Ernst Mey.

Ab 1981 wurde der Kirchenraum durch das Einziehen einer Zwischendecke in Höhe der Emporen bzw. der Fenster-Unterkante völlig verändert. Das entstandene Obergeschoss ist über eine Treppe erreichbar und als Kirchenraum mit 300 Plätzen eingerichtet. Von der einst reichen Ausstattung sind heute sind nur noch wenige Teile vorhanden. Die Akustik ist durch den veränderten Raum schwierig geworden.

Im unteren Teil der Kirche befinden sich Gemeinderäume. 1992 wurde mit der Turmsanierung begonnen, die drei Jahre später wieder abgebrochen werden musste, deshalb läuten die Glocken nicht mehr zum Gottesdienst.

Die Vereinigung mit der Philppusgemeinde erfolgte am 01.01.1999 zur Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde Lindenau-Plagwitz.

Seit 2006 besteht ein Schwesterkirchverbund mit der benachbarten Bethanien- und Taborgemeinde. Seitdem befinden sich vier ehemals selbstständige Gemeinden im Prozess des Zusammenwachsens.

Zur Gemeinde gehört: Die Ev. Kindertagesstätte an der Heilandskirche.

Die aktuellen Informationen finden Sie unter:

www.kirche-lindenau-plagwitz.de

Text: „Stadt Leipzig, die Sakralbauten" Gemeindeblatt.

Fotos: Privat, Archiv der Heilandsgemeinde.

Die Taborkirche

Die Taborkirche im Aufbau. Bild: Archiv Taborkirche.
Die Taborkirche im Aufbau. Bild: Archiv Taborkirche.

Vorgängerkirche: Die alte Dorfkirche war eine kleine Kapelle, die ursprünglich zum Rittergut gehörte. Bis zum Jahr 1544 war sie ein katholisches Gotteshaus.

Der Gedanke an eine neue Kirche reifte bereits in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts. 1844 gründete sich ein Kirchenbaufonds, aber der endgültige Beschluss zum Bau einer neuen Kirche wurde erst 1889 gefasst. Die Dorfkirche blieb bis 1904 stehen und erst nach Fertigstellung der Taborkirche abgerissen.

Grundsteinlegung: am 11. Mai 1902. Die Baupläne schuf der Architekt Arwed Roßbach unter Beteiligung von Richard Lucht.

Einweihung: am 13. März 1904.

Auf Beschluss des Kirchenvorstandes erhielt sie den Namen Taborkirche, nach dem Berg Tabor, einem heiligen Berg Israels am Südrand von Galiläa.

Die Zwei-Turm-Anlage der Tabor-Kirche.
Die Zwei-Turm-Anlage der Tabor-Kirche.

Ausschmückung: Die Kirche wurde im neoromanischen Baustil als dreischiffige Pfeilerbasilika ohne Seitenemporen nach den Formen des 11. Jh. erbaut. Die Turmfront zeichnet sich durch drei prachtvoll ausgefüllte Portale aus. Der Rundbogen als bestimmendes Stilelement der Romanik findet sich in der inneren und äußeren Bauausführung bis ins Detail. Typisch ist der reiche ornamentale Sandsteinschmuck. Der Altar aus Kalkstein zeigt im Relief, die Abendmahlsdarstellung: Christus im Kreise seiner Jünger, darüber steht das Kreuz.

Besonderheiten: Die Zwei-Turm-Anlage unterstreicht die monumentale Wirkung des Bauwerkes. Die beiden Türme sind 50m hoch, der eine ist als „Aussichtsturm" gedacht, während sich im anderen Uhr und Glocken befinden. Bemerkenswert sind die Holzarbeiten z.B. am Lesepult und Patronatsgestühl. Zu den wertvollsten Stücken gehört das Wappen der Familie von Tauchnitz und der Epitaph des Gebhard von Dieskau.

Die Orgel, die zur Kirchweihe erstmals erklang, ist Werk der Fa. Eule aus Bautzen.

Die ursprüngliche ornamentale und figürliche Ausmalung ist ebenso wie die Fenster im Zweiten Weltkrieg verloren gegangen. 1973/74 gab es eine Innen-Erneuerung unter G. Pasch.

Zur Gemeinde gehört: eine Kantorei mit Ausstrahlung weit über die Gemeindegrenzen hinaus.

Die aktuellen Informationen finden Sie unter:www.taborkirche.de

Text. Quellen: „Stadt Leipzig, die Sakralbauten", Gemeindeblatt.

Fotos: Privat, Archiv der Taborgemeinde.

Dieser Artikel wird in der Ausstellung "Leipziger Westen - Aufstieg und Glanz um 1900" im Lindenauer Kirchencafé, Karl-Heine-Str. 110, gezeigt zusammen mit anderen Beiträgen zur Geschichte des Leipziger Westens. Öffnungszeiten: Mittwoch, Donnerstag, Freitag von 15.00 bis 18.00 Uhr. Schulklassen und Gruppen werden um Anmeldung gebeten. Tel. 0341 87056944 oder www.kirchencafe.net.  

Der Bertuch-Verlag dankt Frau A. Pohler für die Vermittlung, die Fotos im Artikel nutzen zu dürfen.