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Gerhard Klein
Berlin-Skizzen

Die deutsche Hauptstadt in achtzehn Bildern. Die liebevoll gestalteten Zeichnungen geben einen einzigartigen Blick auf die Metropole an der Spree. Neben bekannten Bauwerken wie Reichstag und Gedächtniskirche hat Architekt Gerhard Klein auch sehenswertes wie den Eingang des Berliner Zoos oder das Bode Museum in Bild eingefangen. Den Zeichnungen ist ein informativer Text zur Sehenswürdigkeit beigeordnet.

Wussten Sie schon, dass...

Wussten Sie schon, dass...

Anne Ploetz

Über 20 Museen und Sammlungen zur Universität gehören?

Weihgabe des Volksglaubens aus den medizinhist. Sammlungen. Foto: Karl-Sudhoff-Institut
Weihgabe des Volksglaubens aus den medizinhist. Sammlungen. Foto: Karl-Sudhoff-Institut

 

Die Universität Leipzig unterhält drei Museen, die sich alle in der Innenstadt befinden.

 

Im Krochhochhaus am Augustusplatz kann man das Ägyptische Museum besuchen, das die bedeutendste Universitätssammlung ihrer Art in Deutschland betreut. Nicht weit davon entfernt befindet sich das Museum für Musikinstrumente, das Teil des Grassimuseums am Johannisplatz ist und dessen Sammlung zu den größten in der Welt gehört. Das Antikenmuseum in der Ritterstraße beherbergt eine der ältesten Sammlungen griechischer und römischer Altertümer an deutschen Universitäten. Hinzu kommen zahlreiche Sammlungen wie die der Universitätsbibliothek, der Anatomie, der Ur- und Frühgeschichte, der Zoologie und die Medizinhistorische sowie die Veterinär-Anatomische Sammlung. Viele von ihnen sind der Öffentlichkeit zugänglich, aber in erster Linie dienen sie der Lehre und Forschung.

...auch schon die Studierenden im Mittelalter an der Universität „begrüßt“ wurden?

Die Deposition (lat. depositio cornuum, "Ablegen der Hörner") war ein europaweit gebräuchlicher Initiationsritus an Universitäten, Holzschnitt aus dem 16. Jahrhundert. Bild: via Wikipedia Commons.
Die Deposition (lat. depositio cornuum, "Ablegen der Hörner") war ein europaweit gebräuchlicher Initiationsritus an Universitäten, Holzschnitt aus dem 16. Jahrhundert. Bild: via Wikipedia Commons.

Jeder Student musste einen lnitiationsritus durchlaufen, bevor er sich an der Universität immatrikulieren durfte. Für diese sogenannte "Deposition" wurde er als schmutziges Tier - eine Mischung aus Ziegenbock, Rind und Eber - verkleidet und mit einem Fell, einer Hörnerkappe und Holzzähnen ausstaffiert. In einem symbolischen Akt sollte er sein unzivilisiertes Wesen ablegen, indem die tierischen Merkmale zurechtgestutzt oder beseitigt wurden.

Überdimensionale Kosmetikartikel wie Kamm, Schere und Rasierpinsel dienten zum Frisieren der Haare, eingroßer Ohrlöffel zum Säubern der Ohren. Bei der Zeremonie ging es teilweise sehr roh zu, so dass es zu Verletzungen und Ohnmachtsanfällen kam. Im Laufe der Zeit wandelte sich die Deposition jedoch zu einem rein symbolischen Ritual, bei dem die Instrumente den Neuankömmlingen nur noch gezeigt wurden.

Im Zeitalter der Aufklärung wurde die Zeremonie schließlich ganz verboten, in Leipzig 1719. Eine Hörnerkappe wird neben anderen erhaltenen Instrumenten in der Kunst- und Studiensammlung im Rektoratsgebäude ausgestellt.

... etwa 200 Millionen Jahre alte Gegenstünde zu den Sammlungen gehören?

Zu den Schätzen der über 400000 Objekte der Geologisch-Paläontologischen Sammlung zählen zwei Großfossilien, die etwa 200 Millionen Jahre alt sind: ein vier Meter langes Meereskrokodil und ein fast ebenso großes Fischsaurier-Weibchen mit zwei Embryonen, die in Schwarzschiefer, einstigem Faulschlamm, eingebettet sind. Beide Ausstellungsstücke stammen aus dem baden-württembergischen Holzmaden, einem weltbekannten Fundort für Lias-Fossilien.

Der Hauptschwerpunkt der Leipziger Sammlung liegt jedoch auf dem Tertiär, also der Zeit vor 65 bis 1,8 Millionen Jahren, als die Braunkohle entstand. Jahrzehntelang waren die Tagebaue der Region die einträglichsten Fundorte für die hiesigen Wissenschaftler.

...der Botanische Garten der Universität zu den ältesten seiner Art in Europa gehört?

Passionsblume - Heilpflanze.
Passionsblume - Heilpflanze.

 

Der Botanische Garten Leipzig ist der älteste an einer deutschen Universität. Er wurde zwischen 1542 und 1580 gegründet und gehört zusammen mit den Gärten in Siena und Padua zu den ältesten in Europa. Seine Gründung geht auf einen Arzneipflanzengarten, einen >>Hortus Medicus<< am ehemaligen Augustinerkloster St. Pauli zurück, der am heutigen Standort des Campus Augustusplatz lag. Seit 1877 wurde er in der Linnestraße angelegt, wo er sich bis jetzt befindet. Anlass für die Gründung vieler Botanischer Gärten war der wachsende Bedarf an neuen Heilpflanzen für die sich zusehends entwickelnde Medizin.

... zahlreiche Ausstellungsstücke aus der Kunstsammlung der Universität auf dem neugestalteten Campus Augustusplatz zu finden sind?

Das Schinkeltor -  Gesamtansicht. Foto: Archiv U. u. H. Drechsel.
Das Schinkeltor - Gesamtansicht. Foto: Archiv U. u. H. Drechsel.

Auch wenn die über 60jährige Geschichte der Alma mater nicht an ihren Gebäuden zu erkennen ist, soll sie den Universitätsangehörigen auf ihren alltäglichen Wegen über den Campus begegnen. Im Durchgang zwischen Neuem Augusteum und Hörsaalgebäude trifft man auf die Dominikanerfresken, die ältesten Kunstgegenstände auf dem Campus und zugleich letzten Zeugnisse aus dem mittelalterlichen Kloster St. Paul.
Die Regententugenden, die allegorisch für Milde, Frömmigkeit, Weisheit und Gerechtigkeit stehen, haben ihren Platz auf der Ballustrade gefunden, ganz ähnlich ihrer vorigen Aufstellung in; der Wandelhalle des Augusteums. Im Paulinum sollen die 1968 aus der Universitätskirche St. Pauli geretteten Epitaphien des 16. bis 18. Jahrhunderts gezeigt werden.

Im Turm des Paulinums ist die Universitätsglocke angebracht, die der Universität zum 250. Jubiläum übergeben wurde.
Auf dem Campus sind außerdem bereits jetzt das über zehn Tonnen schwere und mehr als sechs Meter hohe Leibnizdenkmal sowie das Schinkeltor mit den beiden Musen zu sehen.