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Unser Leseangebot

Es waren einmal zwei Brüder: Sie hießen Jacob und Wilhelm Grimm. Gemeinsam hatten sie einen Traum: Sie wollten alle deutschen Märchen sammeln und aufschreiben, damit alle Menschen sie lesen konnten. Für Leser ab 14 Jahren, zu bestellen:

  http://www.bertuch-verlag.de/322-0-Kennst-du-die-Brueder-Grimm.html

 

   
Der Leipziger Weihnachtsmarkt

Der Leipziger Weihnachtsmarkt

Dipl.-Päd. Ursula Brekle

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der schönste im ganzen Land?

"Der sprechende Spiegel". Foto: gemeinfrei via Wikimedia Commons.
"Der sprechende Spiegel". Foto: gemeinfrei via Wikimedia Commons.


So möchte man mit den Brüder Grimm im Märchenland fragen, das in diesem Jahr wieder auf dem Augustusplatz aufgebaut ist. Hier sind realitätsnah bekannte Märchenbilder mit verschiedenen Erlebnisbereichen aufgebaut. Dornröschen, Hans im Glück und Rapunzel sind inszeniert und erwarten die Kinder. Großen Spaß macht auch in diesem Jahr, eingebaute Fehler zu finden. Wer 4 Fehler findet, nimmt an einer Verlosung teil. Teilnehmerkarten sind im Märchenland ausgelegt. Übrigens: Im Vorjahr waren nur 75% der Teilnehmer "märchensicher".

Aber für Kinder gibt es noch viel mehr Angebote: Vor dem alten Rathaus hat der Weihnachtsmann auf der Marktbühne von Mittwoch bis Sonntag von 16.00 bis 16.45 Uhr Sprechstunde. Die Ankunft des Weihnachtsmannes war für den 26.11.2015 vorgesehen. Warum trägt er rot?

Der rote Wintermantel mit dem weißen Pelzbesatz gehört im Advent dazu. Diese Mode geht auf einen Entwurf des Grafikers Haddon Sunblum aus dem Jahr 1931 zurück. Diese Grafik steckte die Weihnachtsmänner der ganzen Welt an. Sunblum gestaltete damit eine weltweite Werbekampagne für den Brausehersteller Coca-Cola. Vorher war der Weihnachtsmann leger in wenig auffäligen Farben gekleidet.

Auf dem Marktplatz verlockt eine Weihnachtsbäckerei Kinder zum Backen. Montag bis Sonnabend von 10.00 bis 13.00 Uhr.

In der Wichtel - Werkstatt im Stadtbüro in der Katharinenstraße 2 können sie spielen und basteln, selbst kleine Geschenke anfertigen. Vom 26. November bis 15. Dezember können die Kinder täglich von 14:00 bis 18:00 Uhr sich nach Herzenslust betätigen (außer 6. Dezember). Vielleicht kommt zum Nikolaus sogar der Weihnachtsmann vorbei? (Kostenbeitrag 1,- je Kind und Tag - keine Kita!)

Und welche Familie will es versäumen, das wieder neu aufgebaute Etagenkarussell am Salzgässchen zu besuchen. Das Vorgänger-Karussell war zum Schrecken aller Besucher bei der Eröffnung des Weihnachtsmarktes im November 2009 infolge eines Kurzschlusses abgebrannt. Teile von diesem waren 100 Jahre alt. Es ist gelungen, diese Attraktion nach historischen Originalquellen wieder herzustellen.

Nachtansicht Weihnachtsmarkt 1950. Foto: Deutsche Fotothek, Roger und Renate Rössing.
Nachtansicht Weihnachtsmarkt 1950. Foto: Deutsche Fotothek, Roger und Renate Rössing.

Besonders in den Abendstunden bietet der Leipziger Weihnachtsmarkt vor dem Alten Rathaus eine romantische und stimmungsvolle Kulisse im Zentrum der historischen Altstadt. Wir zeigen eine historische Aufnahme aus dem Jahr 1950, aus dem fotografischen Nachlass des Leipziger Ehepaares Roger und Renate Rössing, die ihre Werke der Deutschen Fotothek in Dresden überlassen haben. Die Tradition des Leipziger Weihnachtsmarktes reicht aber Jahrhunderte zurück - bis ins Jahr 1458. Die Erwähnung finden wir im „Leipziger Geschichtsbuch" von 1714. Dort schreibt J.J. Vogel: „Anno 1458 hat Churfürst Friedrich Marggraff zu Meissen und Hertzog zu Sachsen den Weynachtsmarckt öffentlich ausgeschrieben und die Stadt wegen der geleisteten treuen Dienste so Ihme von dem Rathe und der Bürgerschaft erweisen damit begnadiget." Er gehört damit zu den ältesten Weihnachtsmärkten in Deutschland. Nur der Striezelmarkt in Dresden und der Wenzelmarkt in Bautzen können da noch konkurieren.

Mitten auf dem Marktplatz erhebt sich eine hohe Fichte aus der Region. Auch eine aufgestellte Krippe mit lebendigen Schafen darf nicht fehlen.

Wochenprogramm:

16:00-16:45 Uhr Weihnachtsmann-Sprechstunde

Mittwoch bis Freitag Bühne Marktplatz

ab 16:30 Uhr Adventsprogramm täglich Bühne Marktplatz

Unter anderem mit einer Puppenbühne, einem Märchenerzähler, der Musikschule Leipzig, verschiedenen Künstlern, Vereinen, Institutionen und anderen Ensembles.

Die Leipziger Rathspfeiffer blasen täglich, manchmal mehrmals bis zum 23. Dezember auf dem Balkon des Alten Rathauses.

Musikliebhaber können in der Thomaskirche dem weltberühmten Thomanerchor lauschen, der in der Adventszeit außer den Motteten zusätzlich Konzerte gibt. So präsentieren sie, begleitet vom Gewandhausorcherster, das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastisn Bach.

Umsäumt wird der Markt von farbenfrohen und originell gestalteten Ständen und Hütten, von denen es in der Innenstadt insgesamt 250 gibt. Händler und Handwerker bieten auf dem historischen Weihnachtsmarkt „Alt Leipzig" auf dem Naschmarkt qualitativ Hochwertiges an, herausragend die Holzschnitzereien aus dem Erzgebirge. Die Kunst- und Handwerkertradition wird in Leipzig gepflegt.

Für das leibliche Wohl der Besucher ist mit kulinarischen Spezialitäten bestens gesorgt: So werden vom Pulsnitzer Pfefferkuchen bis zum Dresdner Stollen, verschiedenste Backwaren, geröstete Nüsse und Mandeln angeboten. Jedes Jahr tobt der Konkurrenzkampf zwischen den Glühweinschänken. Im Jahr 2015 sind durch eine Jury (15 Tester von der LVZ ausgelost) die Spitzenreiter ermittelt worden: Der Südtiloler Stand am Alten Rathaus erhielt damals für seinen Glühwein Bestnoten. Er ist der Sieger. Wilhelm Wenin, Chef des Standes, kommentierte: "Wir verwenden Tiroler Vernatsch, für den unsere Region bekannt ist, und Merlot, ebenfalls aus Südtirol. Dazu kommen dann die klassischen Glühweingewürze. Keine geheimen Zutaten - aber die Komposition macht den Unterschied." Im Jahr 2016 glühte besonders gut die Kelterei Oese - Stand P11 in der Petersstraße. Michael D. Oese errang den 1. Platz. Auf Platz 2 setzte die Jury Walter Hecht - Stand A 31 auf dem Augustusplatz, gefolgt von Zur Höll/Reichsstadthalle - Stand M11/04 auf dem Alten Markt.

Die eher deftig naschen wollen, kommen auch auf ihre Kosten. Sie sollten die Angebote im Finnischen Dorf auf dem Augustusplatz prüfen. Die langen Schlangen deuten darauf hin, dass die landestypischen Köstlichkeiten wie Flammlachs, am offenen Feuer gebackener Lachs, und Glögi sehr wohlschmeckend sein müssen. Sehr begehrt sind die Tierfellprodukte und der landestypische Schnaps. Einige Aussteller bieten weitere internationale Spezialitäten an. Die Finnen sind zum 15. Mal hier. Sie hoffen auf eine friedliche Zeit ohne Zwischenfälle. Das hoffen wir alle.

Wer schwindelfrei ist, kann dann den Ausblick vom großen Riesenrad auf Leipzig genießen.

Verdursten muss auch niemand. Glühwein, heiße Schokolade, Marillen-Punsch und Feuerzangenbowle sind nachgefragt, aber nur eine Auswahl aus der Vielfalt der Angebote.

Pyramide bei der Nikolaikirche. Foto: Xxlfussel via Wikimedia Commons.
Pyramide bei der Nikolaikirche. Foto: Xxlfussel via Wikimedia Commons.

Wenn der Besucher seine Feuerzangenbowle unter der Pyramide auf dem Nikolaikirchhof trinkt, kann er dabei die schöne hohe Pyramide bewundern.

Die Vorläufer der heutigen, meist aus dem Erzgebirge stammenden Weihnachtspyramiden gab es schon im 16. Jahrhundert. In dieser Zeit war es in unserer Region üblich, in den Häusern immergrüne Zweige aufzuhängen, um Unheil in den dunklen Wintermonaten abzuwenden. Weiter im Norden und Osten versuchten die Menschen das mit dem Licht zu erreichen. Beide Bräuche sind in der Pyramide vereint. In Böhmen war es Anfang der 18. Jahrhunderts üblich, in Trauerzügen oder bei kirchlichen Festen pyramidenartige, mit Kerzen bestückte „Trauergerüste" zu verwenden. Unbekannt ist noch, wer als erster die Idee entwickelte, an einer Achse Scheiben zu befestigen und diese mit Hilfe eines Flügelrades, das durch Warmluft betrieben wird, anzutreiben. Vorbild war das Göpelwerk, eine Maschine, um Erz zu fördern. Um 1800 sind die ersten, sich drehenden Pyramiden (erzgebirgisch: Peremett) sicher im Erzgebirge entstanden. In den aufgebauten Figuren wurde zuerst die Arbeit der Bergarbeiter dargestellt, Bergmannszüge und Tiere des Waldes, erst später kamen christliche Motive dazu.

Großpyramiden im Außenbereich gibt es heute fast in jedem erzgebirgischen Dorf oder in den Städten zu bewundern. Und eine sehr schöne fand den Weg nach Leipzig auf den Nikolaikirchhof.

Traditionsumzug Freiberg. Foto: Deutsche Fotothek, Eugen Nosko.
Traditionsumzug Freiberg. Foto: Deutsche Fotothek, Eugen Nosko.

Den Weg nach Leipzig werden auch in diesem Jahr die erzgebirgischen Bergleute und Trachtenträger finden, die eine große Bergparade zelebrieren. 450 Trachtenträger und 200 Musikanten starten am 17. Dezember 2016 um 16.00 Uhe an der Ecke Richard-Wagner-Str./Goethestraße mit einem Ständchen. Der Tross zieht danach durch die Innenstadt. Gegen 17.00 Uhr findet auf dem Richard-Wagner-Platz zum Abschluss die Große Bergparade statt.

Die Zahl der Besucher im Vorjahr zu überbieten, damit werden die Leipziger keine Schwierigkeiten haben. Vielleicht erreicht die Besucherzahl deutlich mehr als 2 Millionen. Das Motto: "Mr halten aus in Sturmgebraus ob's wattert, stürmt und schneit".
(Zitat aus dem "Schneeschuhfahrermarsch" von Anton Günther.)

Bitte beachten Sie die Verkehrsbeschränkungen in der Innenstadt. Nutzen Sie das neue S-Bahn-Netz und den City-Tunnel, Haltestelle Marktplatz, das entschärft die Parkplatzsituation in der Innenstadt.

Öffnungszeiten:

22. November bis 23. Dezember

10:00 bis 21:00 Uhr

freitags und sonnabends bis 22.00 Uhr

23. Dezember

10:00 bis 20:00 Uhr

Weitere Informationen erhalten Sie im Internet:

www.leipzig.de/weihnachtsmarkt