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André Barz
Kennst du E.T.A. Hoffmann?

"Erlaubst du, geneigter Leser, ein Wort? Hättest du nicht Lust auf einen Tee oder eine heiße Schokolade? Vielleicht magst du aber auch lieber einen Punsch, so wie ich?"

Dieses Buch, versehen mit allerlei Bildern und Zeichnungen, macht es leicht E.T.A. Hoffmann kennenzulernen. Das Beste daran ist, der "erste Fantasy-Dichter" erzählt ganz persönlich sein Leben, davon, wie er eigentlich Musiker werden wollte und dann doch Schriftsteller geworden ist, obwohl ihn das nie interessiert hat, und von seinen Erfahrungen mit der Liebe. Nebenbei gibt er einige seiner Märchen und Erzählungen zum besten.

Kunst für den Neubau der Universität Leipzig 1

Kunst für den Neubau der Universität Leipzig 1

Dr. Simone Schulz

Grabdenkmale aus St. Pauli

Epitaph für Johannes von Berlepsch (1601-1618)
Epitaph für Johannes von Berlepsch (1601-1618)

Nachdem Ende 2011 mit den Fresken aus dem Dominikanerkloster der erste von fünf Erinnerungskomplexen öffentlich zugänglich gemacht wurde, folgen nun die Grabplatten,die künftig im Universitätshauptgebäude zu sehen sein werden. Mit ihrer Wiederaufstellung im Foyerbereich an der Südwand des Paulinums kehren sie praktisch an den Originalstandort zurück: Bis zur Kirchensprengung 1968 befand sich hier ein Kreuzgang, die Erinnerungsmäler zierten dessen Nordwand. Schon zu Zeiten der Dominikaner war die Paulinerkirche begehrter Bestattungsort einer städtischen Elite, nach der Reformation wurden hier bevorzugt Universitätsangehörige begraben.

Die Grabsteine beleuchten bis heute anrührende Einzelschicksale oder liefern Momentaufnahmen der Universitäts- und Stadtgeschichte.

Ein hochrechteckiges barockes Grabdenkmal aus Sandstein erinnert an Johannes von Berlepsch, der als Student im Alter von 17 Jahren verstarb. In Begleitung seines Lehrers war der junge Adlige zum Ende des Wintersemesters 1617/18 an die Leipziger Universität gekommen, erkrankte aber wenige Tage nach seiner Ankunft an Typhus. Die ursprünglich farbig gefasste, von einem unbekannten Steinmetz gefertigte Grabplatte zeigt ihn im Halbrelief als jungen Mann mit lockigem Haar, gekleidet in Wams und Pluderhose, der Hals von einer Radkrause umschlossen. Hinter seinem Körper hält er einen Degen, den Griff fest mit der linken Hand umfasst. Der Spross einer hessisch-fränkischen Adelsfamilie trägt nicht den typischen Harnisch des Landadels‚ sondern moderne spanische Tracht. Leipzig war für das Modebewusstsein seiner Bewohner bekannt, man kleidete sich stets nach dem neuesten Geschmack. Sechszehn Wappen, welche die Figur des jungen Mannes umrahmen, zeugen von seiner Herkunft aus einem bedeutenden Adelsgeschlecht, das enge Kontakte mit den sächsischen Landesherren pflegte, und von dessen Verflechtung im mitteldeutschen Raum.
Die Inschrift auf der umlaufenden Kante ist verloren, aber dokumentiert.

Grabdenkmal für den Chirurgen Daniel Schmid und für seine Ehefrau
Grabdenkmal für den Chirurgen Daniel Schmid und für seine Ehefrau

Das Grabdenkmal für Daniel Schmid und seine Ehefrauen entält keine Portraits, sondern besteht aus einer Inschrift, die auf einem fransengeschmückten Tuch aufgebracht ist. Eingerahmt wird es oben und unten von einem Gesims und vegetabilen Schmuckelementen und bekrönt von einem lorbeerbekränzten Totenschädel. Der Inschrift nach wirkte Daniel Schmid als Chirurg in Leipzig und stand der lnnung dieses Berufszweiges vor. Im Mittelalter und zu Beginn der Frühen Neuzeit war die Chirurgie noch ein reines Handwerk, die praktische Unterrichtung wurde erst später Bestandteil des Faches Medizin. Zwar gab es an der Universität Leipzig seit 1580 eine Professur für Chirurgie, doch war der Lehrinhalt nur theoretischer Natur. Chirurgische Eingriffe wurden von Innungschirurgen durchgeführt. So ist es nicht verwunderlich, dass Schmid nie in die Matrikel derUniversität eingeschrieben war und auch in den Professorenverzeichnissen nicht nachzuweisen ist. Allerdings muss er ein angesehener Bürger der Stadt gewesen sein, da er ein Grabmal in einer privilegierten Position erhielt.

Nach der Sprengung der Universitätskirche waren die Grabplatten zunächst mit dem Bergungsgut im Dimitroff-Museum eingelagert, bis 1977 die öffentliche Wiederaufstellung im Innenhof des Universitätsneubaus durchgesetzt werden konnte. Bis zum Sommer 1999 standen sie unter den
Westarkaden an der Wand des Seminargebäudes, bis sie - immer wieder durch Graffiti entstellt - entfernt werden mussten. Nach ihrer Restaurierung erfolgte im Dezember 2000 die Neuaufstellung von 14 Grabsteinen in einer Vitrine auf der Grimmaischen Straße. Ab Mai 2012 werden sie im Neubau präsentiert.

Der Bertuch Verlag dankt der Pressestelle der Universität Leipzig, den Artikel aus dem Journal Universität Leipzig 3/2012 übernehmen zu dürfen.