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Die Liebe in Mythen und Sagen

Florian Russi

Broschüre, 24 Seiten
EUR 2,00

Liebesglück und Liebesleid beschäftigen die Menschen seit Jahrhunderten. Ihren Ausdruck fanden sie in zahlreichen Mythen und Legenden, vom frühen Altertum bis in die frühe Neuzeit.

Warum war Friedrich August III. im Volk  beliebt?

Warum war Friedrich August III. im Volk beliebt?

Friedrich August III. und Kronprinz Georg. Gemälde von Georg Meckes, Dresden 1911
Friedrich August III. und Kronprinz Georg. Gemälde von Georg Meckes, Dresden 1911

Friedrich August III., der hier gemeint ist, lebte von 1865 bis 1932. Eigentlich waren die Wettiner, seine Vorfahren und Geschwister, sehr musikalisch. Friedrich August III. sah aber Opern- und Konzertbesuche eher als eine Pflichtaufgabe an. Im Volk war er beliebt. Er pflegte eine "gar zu ausgesprochene sächsische Mundart" (Bernhard von Bülow) und war jedermann gegenüber liebenswürdig. Am 13. November 1918 musste er aus politischen Gründen abdanken und zog sich auf seine schlesischen Besitzungen Schloss Sibyllenort zurück, wo er auch starb. Beigesetzt ist er in Dresden, in der Katholischen Hofkirche. Ein letzter Beweis für seine Beliebtheit bot seine Beerdigung am 23.Februar 1932. Mehr als eine halbe Million Menschen, weitaus mehr als Dresden Einwohner hatte, beteiligten sich am Trauerzug zur Familiengruft. Selbst hartgesottene Antimonarchisten konnten sich der Anziehungskraft des Adels nicht entziehen. Sogar ein alter Rotfrontkämpfer, der DDR-Volkskammerpräsident Horst Sindermann gestand heimlich seinem sächsischen Landsmann Herbert Wehner, dass er anno 1932 am Trauerzug für den letzten Sachsenkönig teilgenommen habe und als der Sarg vorbeigetragen wurde, statt "Rabatz zu machen, ergriffen die Mütze abnahm".

Die Anekdoten wurde anlässlich einer Zusammenkunft des Vereins "Sächsische Geschichte e. V." im Taschenbergpalais zu Dresden erzählt.

                                                                                                                          Ursula Brekle

Der König besuchte die Opernaufführung „Othello". Nach dem Schluss der Oper verlassen alle Zuschauer das Haus, nur der König bleibt sitzen. Der Adjutant macht ihn vorsichtig auf das Ende der Vorstellung aufmerksam, worauf der König erwiderte: „Ich warte nur noch, bis se die Souffleuse ooch noch erstechen!"

Einmal ging der König ohne jede Begleitung auf der Landstraße nach Pillnitz spazieren. Er begegnete einem Fleischer, dem das Pferd gestürzt war. Dieser wollte das Pferd wieder hoch bringen, aber es misslang. Entschlossen ging Friedrich August zum Wagen und nahm Zügel und Peitsche in die Hände. Mit einem Kommando und einem Peitschenknall des Königs stand das Tier wieder auf. Der Fleischer, der seine Majestät nicht erkannt hatte, fragte erstaunt: „Sind Sie auch Fleischer?" Darauf sagte der König lachend: „Nee, ich sehe bloß so aus!"

Im Manöver fragte der König einen Soldaten: „Was sind Sie denn in Zivil?" Die Antwort war: „Gärtner", Majestät." Der König wollte es genau wissen: „Landschafts- oder Kindergärtner?"